Lavendel – ein Gewächs für alle Sinne

Mittelmeer und mehr

Es muss nicht immer die Toskana oder Provence sein, auch bei uns kann man sich von Juni bis August in Violett verlieren. Etwa im Lavendel-Dorf Unterdürnbach (Bezirk Hollabrunn), wo ein Schaugarten mit über 1.000 Stauden die Herzen von Lavendelfans höherschlagen lässt. Der Ursprung der kräftig duftenden, zum Teil mehr als 100 cm hohen Pflanze liegt aber im Mittelmeerraum, wo man sie von jeher als traditionelle Heilpflanze anbaut und nutzt. Die Wirkung des Echten Lavendels, Lavandula angustifolia oder Lavandula officinalis, ist in der Volksmedizin seit Jahrhunderten bekannt, wobei die Einsatzgebiete unglaublich vielfältig sind. In der Antike nahm man z. B. Lavendelbäder, um sich vor Viren und Bakterien zu schützen, so entstand der Name, der sich vom lateinischen lavare (= waschen) ableitet.

Lavendel ist nicht gleich Lavendel

Über 30 Arten der graufilzig behaarten Pflanze aus der Familie der Lippenblütler sind bekannt, wobei drei eine besondere Relevanz besitzen: der erwähnte Echte Lavendel, Speick-Lavendel sowie Lavandin, eine Mischform der beiden.

Anwendung und Besonderheiten

Echter Lavendel (Lavandula angustifolia, Lavandula officinalis)

  • Verwendung: z.B. in der Aromatherapie, bei Unruhe, Stress, Schlafstörungen sowie bei Hautproblemen, Verbrennungen und Instektenstichen
  • Wirkung: desinfizierend, antimikrobiell, schmerzlindernd, beruhigend, krampflösend, entzündungshemmend, herztonisierend
  • Besonderheit: Auch bei Babys, Kleinkindern und Schwangeren anwendbar

Speick-Lavendel (Lavandula latifolia)

  • Verwendung: Zur Bekämpfung von Viren, Bakterien und Pilzen, bei Bronchitis
  • Wirkung: Löst Verschleimungen unf fördert den Auswurf
  • Besonderheit: Hoher Gehalt an Kampfer, Darreichung meist als Kapseln

Lavandin (Lavandula hybrida)

  • Verwendung: Mischung aus den ersten beiden, Einsatz speziell in Parfüm- und Kosmetikindustrie, nicht zur therapeutischen Anwendung
  • Wirkung: stark anregend
  • Besonderheit: äußerst ergiebig, viel günstiger, sehr hoher Kampfergehalt

Wirkstoffe & Einsatzmöglichkeiten

Alle Lavendel-Sorten haben etwas gemein: die Hauptinhaltsstoffe Linalylacetat und Linalool. Ersteres zeichnet sich durch seine beruhigenden und ausgleichenden Eigenschaften aus, während Zweiteres speziell regenerierend und pflegend auf unsere Haut wirkt. So überrascht es nicht, dass Lavendel ein wichtiger Bestandteil vieler Sonnenbrand-Lotionen ist. In der Aromatherapie kommt der Echte Lavendel als Kopfkissenspray zur Einschlaf-Erleichterung zum Einsatz, ist in Kräuterkissen, Badezusätzen oder Massageölen enthalten und bietet eine hervorragende natürliche Möglichkeit zur Insektenabwehr bzw. zur Hautberuhigung nach einem Stich. Der Echte Lavendel ist eines von wenigen ätherischen Ölen, die unverdünnt auf der Haut angewendet werden können. Um jedoch sicherzugehen, empfiehlt sich der sogenannte Armbeugetest. Einfach einen Tropfen in der Armbeuge auftragen, leicht einmassieren und ca. eine Stunde warten. Gibt es keine Reaktion, kann das Öl ohne Bedenken verwendet werden. Doch Vorsicht bei falscher Lagerung (Licht, Wärme, zu lange geöffnet), das Öl oxidiert und verursacht dann unter Umständen Hautreizungen.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird Lavendel gerne in Kombination mit Passionsblume, Rose und Hopfen zur Harmonisierung bei innerer Unruhe sowie zur Beruhigung des Herzens eingesetzt. Und im Bereich der Phytotherapie ist der Echte Lavendel sogar als Arzneimittel (Lasea) zur Unterstützung bei depressiven Verstimmungen und Angstzuständen zugelassen. Wie bei allen ätherischen Ölen gilt: Bitte stets auf die Herkunft achten und nur geprüfte Qualität erwerben. In Ihrer St.Martin Apotheke in Villach gehen Sie immer auf Nummer sicher und erhalten nicht nur die besten Produkte, sondern jederzeit auch eine fachkundige Beratung!

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